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Rowdy und die “Lebensreparatur”

Rowdy ist ein kleiner “Strassenkreuzer”, der im Alter von nur ca. 4 Monaten auf einem Supermarktparkplatz “vergessen“ wurde. Da stand er nun, einsam und verlassen, herum und wusste nicht so Recht, was er denn nun machen sollte. Sollte er hier auf die Rückkehr seiner Menschen warten, oder sollte er sich auf die Suche nach ihnen begeben? Schwierige Entscheidung, vor allem dann, wenn man noch so jung ist und so überhaupt keine Lebenserfahrung hat. Nach einer Weile des Wartens und Überlegens, sah er einen streunenden Hund am Strassenrand, der direkt an jenen Parkplatz angrenzte. Er beschloss kurzerhand den wohl etwas erfahreneren Artgenossen zu befragen. “Vergessen worden?”, fragte dieser leicht ironisch nach, als ihm Rowdy seine Geschichte erzählt hatte, “Da bist du ja ein richtiges Glückskind. Normalerweise wirst du erst geschlagen und getreten, bevor man dich aus dem Auto wirft. Was beschwerst du dich? Wer so ein Dusel hat, der braucht meine Hilfe nicht!”, sprach er und zog weiter seines Weges. Das war jetzt nicht unbedingt die erschöpfende Auskunft, die sich Rowdy gewünscht hatte und so beschloss er einen weiteren Artgenossen zu befragen, den er soben an den Müllcontainern entdeckte. Abermals erzählte er seine Geschichte und fragte den völlig verwahrlosten und abgemagerten Artgenossen um Rat. “Was soll ich dir da sagen?”, meinte er mehr oder weniger ratlos, “wenn ich des Rätsels Lösung wüsste, ging es auch mir besser. Das ist nun mal unser Schicksal. Such im Müll nach fressbarem, lass dich nicht überfahren und vor allem nicht in Tötungsstationen abtransportieren. So sieht unsere Zukunft aus. Finde dich damit ab, dein Leben ist kaputt!”  Das war nun nicht gerade das, was Rowdy hören wollte, aber zumindest war im jetzt klar, dass er weder auf seine Menschen warten noch dass er sie suchen musste. “Mein Leben soll kaputt sein?”, fragte er sich leise, “das wollen wir doch erst noch mal sehen!” Ratlos schlenderte er auf den Parkplatz zurück. “Hey, was ist denn das?”, Rowdy hatte eine Autowerkstatt entdeckt, die sich direkt auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums befand, was in Spanien keine Seltenheit ist.  Neugierig trat er in die Werkstatt ein und beobachtete einen mit öl und Bremsenstaub verschmierten Mechaniker, der gerade ein paar Reifen montierte. “Hallo, ich bin Rowdy, ich hab da mal eine Frage. Du reparierst hier Autos, kannst du auch mein Leben reparieren? Das ist mir nämlich dummerweise kaputt gegangen.” Fragend sah er den Mechaniker an, der ihn aber wohl nicht so recht verstanden hatte. Vorsichtig schnuffelte Rowdy an dessen Hose. “Eins, zwei, drei, vier.....wow, insgesamt neun Hunde kann ich da richen! Der scheint wirklich Leben zu reparieren!” So blieb Rowdy einfach so lange in der Werkstatt, bis der Ölmann die Werkstatt abschloss. Dann sprang er kurzerhand zu ihm ins Auto und liess sich von ihm nach “Hakuna Matata” fahren, auf die Finca, auf der Hundeleben “repariert werden”. Seit diesem Tag lebt Rowdy nun mit den anderen Hunden auf Hakuna Matata und wartet auf ein “Austauschleben” oder anders ausgedrückt, auf ein liebevolles, neues Zuhause, wo mann viel Zeit hat, um diesem verschmusten Kerlchen die Streicheleinheiten geben kann, nach denen er lechzt. Optimal wäre eine Familie mit Auto, denn Rowdy liebt es im Auto durch die Gegend gefahren zu werden.

Martin A. Floessner

 

4.7.09 10:51
 


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