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Tapsi und das liebe Geld

Hallo, ich bin Tapsi, ein Zwergschnautzer-Labrador-Mix und möchte euch mal eine Geschichte aus meinem Leben erzählen.
Mein Herrchen war arbeitslos geworden und eines Tages hat uns Frauchen dann rausgeschmissen. Nun lebten wir also auf der Strasse. Eines Tages kam ein Mann auf Herrchen zu und sagte er würde ihm fünf  Euro die Stunde bezahlen, wenn er für ihn auf der Baustelle den Dreck wegräumen würde. Herrchen sagte zu und schuftete sich fünf Stunden die Finger wund. Dann gab ihm der Mann zwei lausige Papierfetzen, für die sich Herrchen auch noch bedankte. Den kleinen Papierfetzen habe ich in die Schnauze bekommen und darauf herumgekaut, denn ich hatte Kohldampf, den großen wollte ich Herrchen übrig lassen. „Aus!“ brüllte er mich an. Ich hätte den Fetzen sowieso gleich wieder ausgespuckt, denn er war absolut ungenießbar. Der Gauner hatte Herrchen reingelegt und er wusste es noch gar nicht. Sorgfältig strich er diesen wertlosen Fetzen Papier wieder glatt und ging mit mir zu so einem Haus, in dem ganz viele fressbare Dinge drin sind. Ich musste zwar draußen warten, konnte aber durch die Scheibe alles genau beobachten. Herrchen packte Brot, Wurst und eine Dose Hundefutter in so ein kleines Wägelchen und dann gab er der Frau vor dem Ausgang doch tatsächlich jenen wertlosen Fetzen Papier! Auweia! OK, wir sind damit beschissen worden, aber das ist doch noch kein Grund jetzt andere auch zu bescheissen. Aber gut, wir haben beide riesigen Hunger und da ist das vielleicht zu entschuldigen. Die Frau fiel auf jeden Fall genauso wie Herrchen darauf herein und bedankte sich auch noch für diesen Betrug. Lass uns schnell abhauen, bevor die den Betrug merken, flehte ich Herrchen an, aber er verstand mich nicht. Er setzte sich in aller Ruhe auf den Boden und stellte ein kleines Schälchen vor sich auf. Ich schlang den Inhalt meiner Dose so schnell ich konnte herunter um aufzupassen, wenn einer aus diesem Haus den Betrug merkt und uns angreifen will. Ich beobachtete aber, dass noch viel mehr Leute da rein gingen und die Leute dort so brutal mit wertlosen Papierfetzen und Metallscheiben betrogen und sie merkten es nicht. Keiner kam mal auf die Idee, zu probieren, ob diese Fetzen überhaupt fressbar sind.
Langsam dämmerte es und die Leute schlossen das Haus zu. Ein Mann nahm den Frauen die ganzen Papierfetzen ab und die Frauen verließen das Haus, ohne zu wissen, wie man sie den ganzen Tag über betrogen hat. „Lass uns abhauen, Herrchen! Wenn der Mann sich jetzt aus den ganzen Papierfetzen ein Mahl bereiten will und merkt, wie widerlich diese Fetzen schmecken, sind wir reif für eine Tracht Prügel!“ Doch Herrchen blieb stur sitzen. Dann endlich kam der Mann heraus und, Gott sei Dank, er hatte die Fetzen noch nicht gekostet. Er ging zielstrebig auf so eine Art Auto zu, es hatte aber statt vier Räder nur zwei und drinnen war ein anderer Mann der köstlich riechende Würstchen bereitete. Er ließ sich von Diesem Mann ein Würstchen geben und drückte ihm anschließend ebenfalls einen dieser Fetzen in die Hand. Auch hier wurde der Betrug nicht bemerkt, im Gegenteil, auch hier hat sich der Würstchenmann bedankt und dem anderen sogar noch ein paar Metallplättchen gegeben. Zwei dieser Plättchen warf er in das Schälchen vor meinem Herrchen und sagte: „Sie wissen ja, wo sie die wieder ausgeben können“ und nickte zu seinem Haus rüber.
Ihr Menschen seid wirklich verrückt. Ihr rennt derartig diesem Zeug, das ihr „Geld“ nennt hinterher, dass ihr noch nicht  einmal gemerkt habt, dass man Geld nicht fressen kann!

Martin A. Floessner

 
4.7.09 10:48
 


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